Knapp drei Monate nach dem Start des regulierten Online Glücksspielmarkts in Alberta liegen die ersten offiziellen Zahlen vor. Spieler setzten bis Ende September rund 2,89 Milliarden kanadische Dollar ein, der Bruttospielertrag lag bei 122,1 Millionen kanadischen Dollar.
Die Daten stammen aus dem ersten Marktbericht der Alberta iGaming Corporation (AiGC). Die Gesellschaft führt den Online Markt der kanadischen Provinz nach dem iGaming Alberta Act. Der Bericht erschien am 23. Oktober 2026 und deckt den Zeitraum vom Marktstart am 13. Juli bis zum 30. September ab.
Monat für Monat mehr Ertrag
Der Bruttospielertrag ist seit dem Start in jedem Monat gestiegen. Für die knapp drei Wochen im Juli meldet die AiGC 22,2 Millionen kanadische Dollar, im August waren es 43,3 Millionen.
Im September erreichte der Wert 56,6 Millionen kanadische Dollar. Die Einsätze lagen in diesem Monat laut Medienberichten bei rund 1,22 Milliarden kanadischen Dollar.
Als Bruttospielertrag gilt dabei die Summe aller Einsätze abzüglich der ausgezahlten Gewinne. Es handelt sich um einen unbereinigten Wert: Boni, Steuern und Betriebskosten sind noch nicht abgezogen.
Online Casino liefert drei Viertel des Ertrags
Den größten Anteil liefert das klassische Online Casino mit Slots, Tischspielen und Poker. Auf diesen Bereich entfielen im September 75,6 % des Bruttospielertrags.
Sport- und Eventwetten kamen auf 19,5 %, Live Casino Spiele mit echten Dealern auf 4,9 %. Zusammengerechnet stammen damit rund 80 % des Ertrags aus Casinospielen.
Bei den Einsätzen fällt das Übergewicht noch deutlicher aus. Laut Medienberichten entfielen im September etwa 88 % aller Einsätze auf Online Casino und Live Casino.
Knapp 390.000 aktive Spielerkonten
Im September zählte die AiGC 388.585 aktive Spielerkonten. Pro Konto ergab sich ein durchschnittlicher Bruttospielertrag von 146 kanadischen Dollar.
Die Zahl der Konten entspricht allerdings nicht der Zahl der Spieler. Wer bei mehreren Anbietern registriert ist, wird mehrfach gezählt, worauf die AiGC in ihrem Bericht ausdrücklich hinweist.
Zum Vergleich: Im deutlich größeren Markt Ontario lag der Bruttospielertrag laut Medienberichten allein im Juli 2026 bei 413,6 Millionen kanadischen Dollar.
Übergangsfrist für Offshore Anbieter ist abgelaufen
Zum Start im Juli waren 15 Betreiber aktiv, Ende September waren es laut AiGC bereits 24. Bis zum 13. Oktober lief zudem eine Übergangsfrist, in der bislang unregulierte Anbieter in den lizenzierten Markt wechseln konnten.
Betreiber benötigen eine Lizenz der Aufsichtsbehörde AGLC und eine Vereinbarung mit der AiGC. Laut Medienberichten hatte die AGLC bis zum 24. Oktober 42 solcher Lizenzen vergeben.
Inzwischen sind laut Medienberichten rund 50 lizenzierte Seiten live. Nach Angaben von AiGC-Chef Dan Keene will die Gesellschaft Spieler gezielt von Offshore Seiten auf regulierte Plattformen holen.
Nicht in den veröffentlichten Zahlen enthalten ist laut einem Bericht das staatliche Angebot Play Alberta. Die Daten bilden damit nur den privaten Teil des Marktes ab.
Was das für Spieler bedeutet
Ähnlich wie in Ontario öffnet Alberta den Markt für private Anbieter, die sich registrieren und an die Regeln der Provinz halten müssen. Für Spieler im DACH-Raum ändert sich dadurch direkt nichts. Das Angebot richtet sich nur an Spieler in Alberta.
Trotzdem liefert der Bericht einen weiteren Datenpunkt zu einer Frage, die auch in Deutschland diskutiert wird. Es geht darum, wie schnell ein lizenzierter Markt Spieler und Anbieter aus dem Offshore Bereich anzieht.
Offen ist, wie sich die Zahlen nach dem Ende der Übergangsfrist entwickeln und wie viele Spieler weiterhin bei nicht lizenzierten Seiten spielen. Wenn du die Entwicklung verfolgen willst: Die AiGC veröffentlicht ihre Zahlen jeweils in der dritten Woche des Folgemonats. Die Oktoberdaten erscheinen also im November.