Die Casinos in Macau haben im Oktober 2026 rund 21,68 Milliarden Pataca umgesetzt, das sind etwa 2,68 Milliarden US-Dollar. Trotz der chinesischen Feiertagswoche Golden Week lag der Bruttospielertrag damit 10 % unter dem Vorjahresmonat.
Die Zahlen veröffentlichte die Glücksspielaufsicht Gaming Inspection and Coordination Bureau (DICJ) am Sonntag, dem 1. November 2026. Im Oktober 2025 hatten die Casinos der Sonderverwaltungszone noch 24,09 Milliarden Pataca eingenommen.
Der Bruttospielertrag ist das Geld, das nach Auszahlung der Gewinne bei den Casinos bleibt. Die Aufsicht veröffentlicht die Zahl jeden Monat.
Fünfter Rückgang in Folge
Gegenüber dem schwachen September legte der Umsatz zwar um rund 20 % zu. Damals waren nur 18,06 Milliarden Pataca zusammengekommen, laut Medienberichten der niedrigste Monatswert des Jahres.
Im Jahresvergleich setzt sich die Schwäche aber fort: Laut Medienberichten ist es bereits der fünfte Rückgang in Folge. Zudem war es das zweitgrößte Minus im bisherigen Jahresverlauf.
Die Golden Week rund um den chinesischen Nationalfeiertag Anfang Oktober bringt üblicherweise viele Besucher aus Festlandchina nach Macau. Laut Medienberichten stützten die Feiertage und mehrere Großveranstaltungen zwar die Oktoberzahlen. Den Abwärtstrend konnten sie in diesem Jahr aber nicht stoppen.
VIP-Geschäft bricht ein
Besonders stark traf es das Geschäft mit Großspielern. Laut einer Analyse von Seaport Research Partners sanken die Einnahmen im VIP-Segment um mehr als 35 %. Das Massengeschäft gab dagegen nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich nach.
Vitaly Umansky, Senior Analyst bei Seaport, nennt mehrere Gründe: die schwächere Konjunktur in China, gesunkene Aktienkurse und strengere Steuerkontrollen. Chinas Behörden prüfen derzeit Offshore-Trusts vermögender Personen mit Auslandsvermögen.
Einige High Roller verschieben laut Seaport deshalb ihre Reisen nach Macau. Für November rechnet das Analysehaus mit einem weiteren Rückgang um 6,1 %, für das gesamte vierte Quartal mit minus 5,2 %.
Erst im Dezember erwartet Seaport eine Besserung. Langfristig bleibt Umansky für die Branche zuversichtlich.
Jahresziel noch in Reichweite
Über die ersten zehn Monate liegt Macau trotzdem knapp im Plus. Von Januar bis Oktober kamen 208,79 Milliarden Pataca zusammen, ein Zuwachs von 1,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Regierung von Macau peilt für 2026 einen Bruttospielertrag von 236 Milliarden Pataca an. Regierungschef Sam Hou Fai hatte angekündigt, nach den Oktoberzahlen über eine mögliche Anpassung dieser Prognose zu entscheiden.
Rechnerisch fehlen für das Ziel noch rund 27,2 Milliarden Pataca in November und Dezember zusammen. Das wären rund 13,6 Milliarden Pataca pro Monat und damit deutlich weniger als zuletzt. Analysten von CreditSights halten das Ziel laut Medienberichten weiter für erreichbar.
Was das für Spieler bedeutet
Für Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat die Entwicklung keine direkten Folgen, denn die Zahlen betreffen landbasierte Casinos in Macau. Sie zeigen aber, wie stark das Geschäft mit Großspielern von der Wirtschaftslage und der Steuerpolitik in China abhängt.
Zum Vergleich: Der Las Vegas Strip kam im September auf einen Gaming Win von 693,5 Millionen US-Dollar und lag damit leicht über dem Vorjahr. Macau setzt im Monat also weiterhin ein Vielfaches davon um.
Für die großen Casinokonzerne mit Standorten in Macau bleibt das ein Risiko, Seaport sieht deren Bewertungen allerdings als „weitgehend anspruchslos“. Offen ist, ob sich der Markt wie von Seaport erwartet im Dezember erholt und ob die Regierung ihre Jahresprognose bestätigt.