Nevadas Casinos haben im September 2026 rund 1,28 Milliarden US-Dollar gewonnen und damit fast exakt das Niveau des Vorjahres erreicht. Während der Las Vegas Strip leicht zulegte, verloren Downtown Las Vegas, Laughlin und die Tischspiele deutlich.
Die Zahlen stammen aus dem monatlichen Umsatzbericht des Nevada Gaming Control Board, der am 28. Oktober 2026 veröffentlicht wurde. Laut der Aufsichtsbehörde lag der Gaming Win aller Casinos bei 1.282,5 Millionen US-Dollar und damit 0,05 % unter dem September 2025. Gemeint ist das Geld, das nach Auszahlung der Gewinne bei den Casinos bleibt.
Strip wächst, Downtown verliert
Auf dem Las Vegas Strip stieg der Gaming Win um 0,82 % auf 693,5 Millionen US-Dollar. Clark County insgesamt kam dagegen auf 1,09 Milliarden US-Dollar, ein Minus von 0,95 %.
Deutlich schwächer lief es in Downtown Las Vegas mit einem Rückgang von 7,45 % auf 82,6 Millionen US-Dollar. In Laughlin sank der Wert sogar um 16,8 % auf 33,8 Millionen US-Dollar.
Zulegen konnten dagegen kleinere Märkte: North Las Vegas wuchs um 9,18 %, Sparks im Norden des Bundesstaats um 20,78 %. Elko County mit dem Grenzort Wendover kam auf ein Plus von 11,66 %.
Slots tragen den Markt, Tischspiele schwächeln
Spielautomaten blieben die wichtigste Einnahmequelle der Casinos. Der Slot Win stieg landesweit um 1,3 % auf 948,9 Millionen US-Dollar, die Einsätze an den Automaten wuchsen um 3,1 % auf 12,8 Milliarden US-Dollar.
Innerhalb des Segments zeigt sich eine klare Verschiebung: Multi-Denomination-Automaten legten um 7,6 % auf 777,4 Millionen US-Dollar zu, Penny Slots verloren 21,4 %. Shelley Newell, Senior Economic Analyst beim Gaming Control Board, führt das laut Medienberichten auf die größere Auswahl zurück, die neuere Geräte bieten.
Die Tischspiele kamen zusammen auf 333,7 Millionen US-Dollar und damit auf 3,6 % weniger als im Vorjahr. Craps brach um 25,1 % ein, Blackjack verlor 6,3 %.
Baccarat profitiert von hoher Hold-Quote
Eine Ausnahme bildete Baccarat: Der Gewinn der Casinos stieg um 11,5 % auf 58,6 Millionen US-Dollar. Das lag allerdings nicht an höheren Einsätzen, denn das Wettvolumen sank um 4,1 %.
Ausschlaggebend war die Hold-Quote, also der Anteil der Einsätze, den die Casinos am Ende behalten. Sie stieg von 8,37 % auf 9,74 %. Das Plus geht damit vor allem auf die Spielergebnisse zurück und nicht auf eine höhere Nachfrage.
Die Sportwetten-Anbieter in Nevada gewannen laut einer Branchenauswertung der Behördendaten 54,1 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem leichten Minus von 0,41 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
Analysten sehen schwächere Nachfrage
Jordan Bender, Analyst bei Citizens, bezeichnete den Strip-Wert laut Medienberichten als „leicht unter unseren Erwartungen“. Als Grund nannte er das Massengeschäft an den Tischen, das auf dem Strip 5 % unter Vorjahr lag. Im August hatte der Rückgang sogar 19 % betragen.
Auch die Besucherzahlen zeigen kaum Bewegung. Laut der Las Vegas Convention and Visitors Authority (LVCVA) kamen im September knapp 3,1 Millionen Besucher, ein Plus von 0,2 %. Die Hotelauslastung sank auf 78,1 %, der durchschnittliche Zimmerpreis fiel um 6,3 % auf 178,63 US-Dollar.
Gesunken sind auch die Abgaben an den Bundesstaat: Die auf Basis der Septemberumsätze erhobenen Percentage Fees fielen um 6,77 % auf 81,1 Millionen US-Dollar.
Was das für Spieler bedeutet
Für Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat der Bericht keine direkten Folgen, denn die Zahlen betreffen landbasierte Casinos in Nevada. Er zeigt aber, wie stark sich das Spielverhalten in Richtung Spielautomaten verschiebt, während klassische Tischspiele an Gewicht verlieren.
Wenn du Las Vegas als Reiseziel planst, sind vor allem die gesunkenen Zimmerpreise relevant. Für Nevada selbst bleibt das laufende Fiskaljahr seit Juli mit einem Plus von 1,67 % auf 3,93 Milliarden US-Dollar leicht im Wachstum.
Offen ist, ob sich die schwächere Entwicklung auf dem Strip im Herbst fortsetzt. Aufschluss darüber geben erst die Oktoberzahlen des Gaming Control Board.